Hof Norgaard / Gintoft 34
24972 Steinbergkirche
Fon 04632 - 445

 Wir sind Boysen


Inhaber Heiko Boysen mit Ehefrau Renke, Sohn Lennart und Tochter Lisann

Heiko Boysen:

Lehre als Landmaschinenmechaniker
Abschluß zum staatlich geprüften Landwirt mit Auszeichnung
Fachagrarwirt Landtechnik in Fredeburg (Hochsauerland) mit Auszeichnung absolviert

 Betrieb


Hof Norgaard:

1997 übernahm Heiko Boysen den landwirtschaftlichen Lohnbetrieb Erwin Erichsen in Neukirchen. Heute wird auf dem Hof Norgaard ein angegliederter landwirtschaftlicher Betrieb mit 300 ha Ackerland mitbewirtschaftet.

Hof Norgaard
Hof Norgaard
Hof Norgaard
Hof Norgaard

    

  Artikel aus dem Amtskurier

Menschen in Angeln

Johannes Boysen schrieb die Geschichte des landwirtschaftlichen
Lohnunternehmens Erwin Erichsen mit.

Übervierzig Berufsjahre sind eine lange Zeit. Lange, wenn sie vor einem liegen und doch wieder kurz, wenn man sie Revue passieren lässt. Der im Jahre 1941 geborene Johannes Boysen aus Habernis kann von diesen vielen Jahren eine Menge erzählen. 1957 begann er seine landwirtschaftliche Lehre bei seinem Vater Peter Boysen auf dem elterlichen Hof mit 16 ha Land. Weitere Lehrstellen waren bei Johannes Bendixen in Norgaardholz und Kurt Heinrich Witt in Westerackeby. Eine Zeit als landwirtschaftlicher Gehilfe in Flintbeck und die Landwirtschaftsschule in Tinglev in Dänemark gehörten dazu. Dann ging es auf einen landwirtschaftlichen 60 ha Hof in Dänemark. Aber das war noch nicht das Richtige. Johannes Boysen wurde Tankwagenfahrer bei der Fördemeierei in Steinbergkirche, um wieder in der Nähe von zu Hause zu sein. Das sei ein schwerer Arbeitstag gewesen, schildert er die tägliche Arbeit. Die 20-Liter-Milchkannen (auf jedem Arm waren 30 kg verteilt) wurden teilweise, damit es schneller ging, allgehoben und in den Milchbehälter des Fahrzeugs umgegossen. Dann rief die Bundeswehr für eineinhalb Jahre zum Dienst. Gleich danach wurde ich Fernfahrer bei Transit Transport in Flensburg, erzählt Boysen aus seinem Berufsleben. Aber im Jahre 1969 kam die Wende.

Der Lohnunternehmer Erwin Erichsen aus dem benachbarten Neukirchen stellte Johannes Boysen für seinen wachsenden Betrieb ein. 50 Stunden pro Woche und mehr waren keine Seltenheit. Sonn- oder Feiertag waren Fremdwörter. Urlaub, der wurde genommen, wenn zwischendurch nichts zu tun war, und das war selten: Mit drei Mähdreschern (Schnittfläche 2;80 m) und einer Presse fing alles an. Es wurde Korn gedroschen. Von Flensburg, Kappeln bis hin nach Schleswig kamen die Aufträge ins Haus. Im Jahre 1972 wurde ein Maishäcksler gekauft und das Geschäfts mit der Maissilage kam dazu. Auch wurden Ladewagen für die Grasernte gekauft. Der Betrieb wuchs stetig. Wenn ich heute so darüber nachdenke, so Boysen, ist es schon großartig gewesen, dass meine Ehefrau Christa das alles mitgemacht hat. Morgens ging ich früh aus dem Hause und kam abends spät zurück. Meine Kinder habe ich kaum gesehen. Am Wochenende wurde der eigene kleine Betrieb als Nebenerwerb bewirtschaftet. Ein Mähdrescher von der Firma Claas kostete damals etwa 34.000 DM, ein Häcksler 80.000 DM. Der zweireihige Maishäcksler hatte 125 PS, war ohne Kabine, ohne Klimaanlage und ohne Heizung. Die Maschinen hatten keinen Allradantrieb und wurden unterschiedlich bedient, das war noch echte Knochenarbeit. 1973 wurde für gut 10.000 DM eine Rübendrille angeschafft, um Runkel- und Steckrüben zu drillen. Überhaupt, so verrät der Fachmann, sind in jedem Jahr die Ernteverhältnisse unterschiedlich. Mal ist es stehendes, mal Lagerkorn. Mit dem Maisdrillen Mitte April startet die Saison. Danach ist die Grassilage Mitte Mai an der Reihe. Es folgt der zweite Schnitt Mitte Juni und dann steht schon die Getreideernte, je nach Witterung, vor der Tür. Mit dem Maishäckseln Mitte September bis Ende Oktober schließt sich der Kreis. Der landwirtschaftliche Betrieb von Erwin Erichsen wurden ebenfalls mitbewirtschaftet. Langeweile oder nichts zu tun, das seien für ihn Fremdworte. Als die Schneekatastrophe 1978/79 hereinbrach, haben wir Schnee bis zum Umfallen geräumt, erzählt er. In den vielen Jahren sei er einmal krank gewesen. Wehleidig sein, das gab es einfach nicht. War einer von uns krank (Erwin oder ich), war das ein Ausfall von 50 Prozent. Allein das Drillen ging von morgens um 6.00 Uhr bis nachts hinein und es war oft kalt "wie Hund", dagegen erleichtern heute die neuen Maschinen das Leben enorm.

Der große Häcksler mit seinen 500 PS verbraucht gut 45 Liter Diesel pro Stunde. Wenn abends eine Kolonne nach Hause kommt; hat sie zumeist 1.000 bis 1.200 Liter Diesel verbraucht. Das sind Zahlen, die für einen Nichtlandwirt astronomisch klingen.

1997 übernahm Sohn Heiko Boysen den landwirtschaftlichen Lohnbetrieb Erwin Erichsen. Als Fachagrarwirt Landtechnik hat er die besten Voraussetzungen dazu. Sieben Personen sind in dem Betrieb fest angestellt. Der Chef sei prima, erzählen seine Angestellten, das Betriebsklima sei stets kameradschaftlich. Mit Ehefrau Renke hat er die "Richtige" für diesen Betrieb gefunden. Ein möglicher Nachfolger ist mit dem kleinen Lennart, der bereits reges Interesse zeigt, auch schon geboren. Da lohnt es sich schon, immer noch engagiert mit anzupacken, sagt voller Stolz Johannes Boysen. Die Hände in den berühmten Schoß legen, nein, das kann er noch nicht.

Die computergesteuerten Maschinen allesamt stehen in Reih und Glied und warten auf die Winterwartung. Fünf Mähdrescher mit einer Schnittbreite von 5,10 m bis 6,60 m, drei Häcksler (6- bis 8-reihig) von 360 bis 500 Pferdestärken, Schlepper von 135 PS bis 260 PS. Güllewagen für die bodennahe Ausbringung mit unzähligen Schleppschläuchen bis 22.000 Liter Fassungsvermögen stehen in der Maschinenhalle. Als Mensch ist man ganz klein neben nur einem Schlepperreifen. Ein kleines Vermögen steht da in der großen Halle; wohl kaum jemand ahnt, wenn er auf der "Nordstraße" oder kreuz und quer in Angeln eine Maschinenkolonne über holt, welche geballte Eurosumme die Ernte vom Feld holt.

Text: Margot Ernst (er)
Aus dem „Amtskurier“ des Amtes Steinbergkirche, Ausgabe 55, Juni 2004
Herausgeber: Amtskulturring Steinbergkirche